Wird eine Patientin mit Hin- und Weglauftendenz stationär aufgenommen, besteht nicht nur die Pflicht, eine dem medizinischen Standard entsprechende ärztliche Behandlung vorzunehmen, sondern auch die Pflicht, die Patientin vor Schäden und Gefahren zu schützen, wenn der körperliche oder geistige Zustand dies gebietet. Entscheidend ist, ob im Einzelfall wegen der Verfassung der Patientin aus ex ante Sicht ernsthaft damit gerechnet werden muss, dass eine Selbstschädigung in Betracht kommt. Bei einer Patientin mit Hin- und Weglauftendenz, bei der mit Fluchtgefahr zu rechnen ist, sind entsprechende Sicherungsmaßnahmen zu treffen.Auch ein Fluchtversuch durch das Fenster kann im Einzelfall in Betracht kommen, sodass entsprechende Sicherungsmaßnahmen anzuordnen sind (  Urteil des OLG Hamm vom 17.1.2017 - 26 U 30/16)