Ein in dem privaten Unfallversicherungsrecht ausreichender Ursachenzusammenhang ist schon bei einer nicht gänzlich außerhalb aller Wahrscheinlichkeit liegenden Mitwirkung gegeben. Das Vorhandensein von Vorschäden schließt die Ursächlichkeit nicht aus. Der Ausschluss einer Ursächlichkeit über eine sogenannte "GelegenheitsuUrsache",wie sie für das Sozialversicherungsrecht gilt, würde dazu führen, dass die Beweislast des Versicherers für die Mitwirkung von Vorerkrankungen unzulässig auf den Versicherungsnehmer verlagert wird.
Eine Krankheit im Sinne von Nr. 3 S. 2 AUB 2000 liegt dann vor, wenn ein regelwidriger Körperzustand besteht, der ärztlicher Behandlung bedarf, während unter einem Gebrechen ein dauernder abnormer Gesundheitszustand zu verstehen ist, der eine einwandfreie Ausübung normaler Körperfunktionen (teilweise) nicht mehr zulässt.
Ein mitwirkendes Gebrechen liegt unabhängig davon, ob der Versicherte vor dem Unfall schon an Beschwerden gelitten hat, auch dann vor, wenn eine vorbestehende Schädigung nicht lediglich zu einer erhöhten Schadenanfälligkeit geführt, sondern zur Verstärkung der Folgen des späteren Unfalls beigetragen hat. (Urteil des BGH vom 19.10.2016 – IV ZR 521/14).